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 Betreff des Beitrags: Wie seht ihr die Zukunft von Unify Produkten am Markt
BeitragVerfasst: 28. Okt 2019, 01:21 

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Liebe Unify und Siemens Gemeinde,
wie seht ihr die Zukunft und die Akzeptanz von Unify Produkten bei euren Kunden.

Es würde mich bei den derzeitigen Cloudangeboten einfach einmal interessieren,
wie eure persönlichen Eindrücke und Erfahrungen hierzu sind.

Danke schon vorab für eure Meinungen als Techniker.

Borat


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie seht ihr die Zukunft von Unify Produkten am Markt
BeitragVerfasst: 30. Okt 2019, 00:12 

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Eine spannende Frage, schade, dass noch keiner geantwortet hat!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie seht ihr die Zukunft von Unify Produkten am Markt
BeitragVerfasst: 1. Nov 2019, 16:04 

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retrofreak83 hat geschrieben:
Eine spannende Frage, schade, dass noch keiner geantwortet hat!


Da stellt sich mit die Frage, will keiner antworten oder darf keiner antworten?

Das die hardwarebasierten Systeme teilweise durch die Cloudsysteme abgelöst werden ist ja kein Geheimnis.
Was nur interessant wäre ob die Kundenanzahl bei Unify und auch anderen Hardwareherstellern stark zurückgeht oder ob das schleppend verläuft und und und…

Also eigentlich eine einfache Frage mit definitiv vielen Antwortmöglichkeiten.

Hoffe weiterhin auf vereinzelte Antworten....

Schönes Wochenende schon mal...
Borat


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie seht ihr die Zukunft von Unify Produkten am Markt
BeitragVerfasst: 1. Nov 2019, 20:18 

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Ich kann ja mal ein paar etwas allgemeinere Gedanken zu dem Thema kundtun:

Ich war vor 2 Jahren in Schweden unterwegs. Die gelten ja gerne mal als Vorreiter in Technologien. Nicht nur, dass ich praktisch keine Systemtelefone (egal von welchem Hersteller) gesehen habe, Festnetztelefonie schien dort allgemein kaum noch eine Rolle zu spielen.

Ich denke, das wird mittelfristig auch zu uns "rüberschwappen". Die momentan heranwachsenden Entscheider von morgen haben meist keine Beziehung mehr zum Tischtelefon, und tun sich dem entsprechend oft schwer damit, sich mit den Konzepten zurechtzufinden.

Es gibt viele Menschen, die telefonieren hassen und es als persönliche Beleidigung empfinden, wenn sie ohne vorherige Absprache angerufen werden. Asynchrone Kommunikation wird oft als effizienter empfunden, weil sie einen nie "von der Arbeit ablenkt". Ich sehe das differenzierter und sage: bei asynchroner Kommunikation sind die Kommunikationspartner nie voll bei der Sache. Es gibt eine Menge Themen, die keines Telefonats bedürfen, aber andersrum kann ein 2-minütiges Telefonat effizienter sein als ein sich über 20 Minuten hinziehender Chatverlauf. Und ein Telefonat *zwingt* jemanden natürlich, sofort auf eine Frage etc. reagieren zu müssen, statt dass man sich länger überlegen kann, wie oder was man antwortet.

Ich sehe die Telefonanlage konzeptionell ein Nischenprodukt werden. Die private Telefonanlage sehe ich verschwinden - schon heute ist der Markt ja verschwindend klein.

Im geschäftlichen Bereich gibts Domänen, die meiner Ansicht nach nachwievor davon profitieren bzw. wo "Ich nehm einfach mein Handy" nicht funktioniert. Und meist sind es auch diese Bereiche, also z. B. Flughäfen, Industrieanlagen,... wo das Verhältnis von PCs zu Telefonen nicht 1:1 ist sondern deutlich mehr Telefone vorhanden sind. Und das wiederum sind die Anwendungsfälle, wo sich aus verschiedenen Gründen IP-Telefonie nicht lohnt.

Nicht nur, aber auch Unify hat ja mit Biegen und Brechen versucht, diese Kundengruppe zu ignorieren, und ich sag mal widerwillig wird TDM noch weiterbetrieben. Nun werden ja doch nochmal neue TDM-Geräte kommen (Tot gesagte leben länger), für mich entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit daran, wie gut es ihnen gelingt, klassische TDM-Telefonie und "modern" zu verbinden.

Das Thema "Cloud" ist generell spannend, zumal an vielen Stellen seit DSGVO kritisch ist, solche Dienste in der Cloud abzuwickeln. Hier könnte man sich hervortun mit einer Lösung, die das gut kann -- noch gibts Unternehmen, die Produkte explizit danach aussehen, dass sie "on premise" laufen können. Vielleicht wird das künftig sogar wieder mehr, wenn dann auch mal entsprechende Klagen kommen. Unfälle und Pannen bei Cloud-Anbietern gibt es ja am laufenden Meter.

Bezüglich "modern": Wie sind denn eure Erfahrungen hinsichtlich Circuit?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie seht ihr die Zukunft von Unify Produkten am Markt
BeitragVerfasst: 1. Nov 2019, 23:31 

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Ich denke es kommt weniger auf die Produkte an als auf die Fachhändler. Wenn ich unseren Kunden Innovaphone-Geräte verkaufen würde, und die Kundenanforderungen erfülle, wären diese damit auch zufrieden. Allerdings arbeite ich seit über 20 Jahren mit Siemens/Unify und mag die Systeme. Was letztendlich auch damit zusammenhängt, dass ich weiß was funktioniert und was nicht. Somit kann ich unseren Kunden schon vor der Installation Funktionen zusagen die dann später auch funktionieren.

Für die Zukunft erwarte ich, dass die kleinen Systeme nicht mehr so oft verkauft werden. Was letztendlich auch auf die Cloud zurückzuführen ist, aber auch an einem Wunsch nach einer Reduzierung der persönlichen Endgeräte. D.h. Smartphones werden mehr und mehr die bisherigen Tischtelefone ersetzen. Letzteres (myPortal) kann ich mit Unify nicht anbieten. Maximal Mobility, was für mich nicht mehr zeitgemäß ist.

Und gerade bei Cloud sehe ich bei Unify schwarz. Ich weiß, dass es Circuit / OS Cloud gibt und Unify vermehrt dies auch vermarkten will. Allerdings scheint Unify die Telefonie nur als lästiges Anhängsel zu sehen. Zumindest bekomme ich seit Jahren keine Info von Unify welche Telefoniefunktionen ich über OS Cloud nutzen kann. Wenn aber kleine Anlagen, wie die X1, aus mehreren Gründen nicht in Frage kommen, und OS Cloud das auch nicht abdecken kann, wird der Kunde zu einem anderen Anbieter wechseln (müssen).

Dazu kommt die Endgerätepolitik. Die CP-Endgeräte finde ich gut. Aber bei den Cloud-Anbietern wird hauptsächlich Yealink und Snom eingesetzt. Was zu einem großen Teil am Preis liegt. Der ist im Vergleich einfach zu hoch (KM600!?). Zudem gibt es meines Wissens kein Autoprovisioning für die CP-Phones bei den Coud-Anbietern (kommt womöglich bei Voiceworks). Was auch an der doch recht verhaltenen Bereitschaft von Unify liegt, mit den Cloud-Anbietern zusammenzuarbeiten.

Bedarf für eine eigene Telefonanlage, egal ob in HW vor Ort oder als SW im Rechenzentrum, sehe ich weiterhin bei den Kunden die mehr als nur ein Telefon mit Durchwahl möchten (z.b. Rufziellisten, AvoM usw.). Und da halte ich Unify weiterhin für gut aufgestellt. Zumindest bei der Technik. Vertrieblich liegt da einiges im Argen. Sei es bei der Betreuung durch unseren Partnerbetreuer oder bei der Preisgestaltung.

Ob aber in 10 Jahren weiterhin so viel telefoniert wird wie heute? Ich bezweifle es. Schon jetzt kommen viele Anfragen (egal ob Service oder Vertrieb) per Mail rein. Das wird wahrscheinlich noch mehr werden und bestimmt auch stärker durch Messenger-Kanäle ergänzt werden. Trotzdem wird das Telefon nicht abgeschafft werden können, da die Informationsdichte und Geschwindigkeit in einem Gespräch weiterhin wesentlich höher ist als bei einer schriftlichen Kommunikation. Zudem versetzen sich immer weniger Menschen in die Lage des Gegenüber, was sich in einer verminderten (schriftlichen) Informationsqualität bemerkbar macht. In solchen Fällen ist eine telefonische Klärung wesentlich effektiver als weiter auf dem schriftlichen Kanal zu bleiben.

Gruß
PowerMike


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie seht ihr die Zukunft von Unify Produkten am Markt
BeitragVerfasst: 2. Nov 2019, 11:10 

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PowerMike hat geschrieben:
Ich denke es kommt weniger auf die Produkte an als auf die Fachhändler. Wenn ich unseren Kunden Innovaphone-Geräte verkaufen würde, und die Kundenanforderungen erfülle, wären diese damit auch zufrieden.

Guter Punkt, da kommen aber mehrere Aspekte zusammen.
-> Die Fachhändler
Gerade Techniker, die schon länger im Geschäft sind, sehe ich sich schwer tun mit IP-Technologien. Für die ist eine Telefonanlage zum telefonieren da, und dann gibts da noch ein bisschen CTI und App hintendran. SIP-Konten einrichten nur streng nach Anleitung und in Panik verfallend und auf IP schimpfend, wenn es nicht sofort klappt; am besten vom Kunden oder dessen IP-Administration ein S0-Gateway beschaffen lassen.

-> Die Kunden
Unify hat für mich immer noch eine der schönsten Benutzerführungen, aber man kann förmlich sehen: irgendwann waren die Leute, die sich das für die Optisets mal ausgedacht haben, nicht mehr da und neue Funktionen wurden dann so eingebaut, wie es den neuen Entwicklern dann gerade passte.
Es gibt die Poweruser-Kunden, die sich an einzelne Funktionen so sehr gewöhnt haben, dass sie mit etwas anderem nicht klar kommen. Umgekehrt habe ich es z. B. schon erlebt, Kunde der jahrelang Siemens hatte, die Klassikerantwort "Wir haben keine Anforderungen, wir wollen einfach nur telefonieren." gegeben hat, und dann keine Siemens mehr bekam. Stellte sich heraus: Kunde höchst unzufrieden, da dann eine lange Latte an Funktionen von Siemens-"Eigenheiten" aufkam, die man für selbstverständlich gehalten hat.

Und dann gibt's das Gegenteil: Kunden, denen man z. B. mal eine Siemens verkauft hat, die aber den Leistungsumfang eines analogen Telefons mit Display nutzen. Die wird man verlieren, das ist das was jede SIP-Bastelbude hinbekommt.

PowerMike hat geschrieben:
Für die Zukunft erwarte ich, dass die kleinen Systeme nicht mehr so oft verkauft werden. Was letztendlich auch auf die Cloud zurückzuführen ist, aber auch an einem Wunsch nach einer Reduzierung der persönlichen Endgeräte. D.h. Smartphones werden mehr und mehr die bisherigen Tischtelefone ersetzen. Letzteres (myPortal) kann ich mit Unify nicht anbieten. Maximal Mobility, was für mich nicht mehr zeitgemäß ist.

Und hier werden bei einem Umstieg auf Cloudsysteme gern nur die Vorteile gesehen, aber nicht die Nachteile.

Die Hersteller bekleckern sich hier aber auch nicht mit Ruhm. Nicht nur in der Telefonie, auch in anderen Bereichen (z. B. Smart Home) wäre es technisch durchaus zu realisieren, Erreichbarkeit von überall auch ohne Cloud-Instanz zu realisieren. Aber so ist es unendlich viel bequemer. Man spart sich Entwicklungsaufwand, Support, und bindet den Kunden auf unterschiedlichste Weise.

Dazu kommt: Normaler Telekom GK-Anschluss -> 97% Verfügbarkeit im Jahresmittel -> 10 Tage Ausfall externer UND interner Telefonie im Jahr ist hinzunehmen.

PowerMike hat geschrieben:
Bedarf für eine eigene Telefonanlage, egal ob in HW vor Ort oder als SW im Rechenzentrum, sehe ich weiterhin bei den Kunden die mehr als nur ein Telefon mit Durchwahl möchten (z.b. Rufziellisten, AvoM usw.)


Einerseits das, andererseits Situationen, in denen ich nicht Personen anrufen will sondern "Dienststellungen", z. B. "Schwesternzimmer von Station 6".

Ich vertrete ja die Ansicht, dass das (Tisch-)Telefon nicht mehr nur zum telefonieren da ist, sondern Teil der Gebäudeinfrastruktur und des Kontextes sind.
Überwachung/Steuerung der Gebäudeautomation, Licht/Klima/Heizung, (Video-)TFE, Zugangssysteme, Anwesenheitsmanagement... es gibt etliche Funktionen, für die man heute das Handy rauskramt oder sich am Rechner in irgendwelche Webdienste einloggen muss, die sich alle unterschiedlich bedienen lassen --> das könnte alles ein modernes Tischtelefon erledigen. Aber hier sehe ich bei allen konventionellen Herstellern noch erhebliches Verbesserungspotiental. Dafür müsste man die Geräte nicht nur "Open" nennen sondern sie auch wirklich so bauen. Bei einem Snom oder einem Gigaset PRO IP-DECT brauche ich 10 Minuten und ich habe einen Webdienst am Endgerät laufen. Bei Unify kommt nicht nur der Lizenzdschungel sondern irgendwelche zusammengeschusterten "Server"-Anwendungen, die auf einem Windows-Monster laufen müssen.

Da sehe ich aber generell noch einen immensen Nachholbedarf an Interoperabilität. Alle schreiben sich auf die Fahne "Wir machen das jetzt auf IP-Basis, das ist toll", aber auf Niveau als würden die Hersteller sagen "Wir setzen auf den Industriestandard namens 230V-Wechselspannung."

Dazu müssten die Gewerke aber auch mal mehr zusammenarbeiten und der eine nicht immer ausblenden, dass es die anderen ja auch noch gibt.
Bestes Beispiel, erst vor kurzem erlebt: Kunde bestellt in seinem Neubau eine Netzwerkverkabelung. Elektriker legt das auch überall - im Wohnzimmer war aber wohl der "Kollege" am Werk, der sich dachte, J-Y(St)Y und 'ne TAE tut's doch genauso.
Das wurde dann nochmal besser, als man versucht hat, dem Kunden weiß zu machen: das sei kein Problem, man könne im Wohnzimmer dann auch einfach "eine Fritzbox" anschließen und die parallel zu der im Hausanschlussraum am gleichen DSL-Anschluss betreiben. :shock:

PowerMike hat geschrieben:
Ob aber in 10 Jahren weiterhin so viel telefoniert wird wie heute? Ich bezweifle es. Schon jetzt kommen viele Anfragen (egal ob Service oder Vertrieb) per Mail rein. Das wird wahrscheinlich noch mehr werden und bestimmt auch stärker durch Messenger-Kanäle ergänzt werden.

Ich hoffe, dass auch hier mal ein Bewusstsein für die negativen Seiten aufkommen wird. Allen voran: Vendor-Lockin.
PowerMike hat geschrieben:
Trotzdem wird das Telefon nicht abgeschafft werden können, da die Informationsdichte und Geschwindigkeit in einem Gespräch weiterhin wesentlich höher ist als bei einer schriftlichen Kommunikation. Zudem versetzen sich immer weniger Menschen in die Lage des Gegenüber, was sich in einer verminderten (schriftlichen) Informationsqualität bemerkbar macht. In solchen Fällen ist eine telefonische Klärung wesentlich effektiver als weiter auf dem schriftlichen Kanal zu bleiben.

Ganz meine Meinung. Ich wollte immer schonmal suchen, ob es Studien gibt, die synchrone vs. asynchrone Kommunikation untersucht haben.


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